Tour du Mont Blanc mit Zelt in 7 Tagen - Ein Guide

Die Tour du Mont Blanc (TMB) ist eine der bekanntesten und beliebtesten Fernwanderwege Europas. Sie führt durch drei Länder – Frankreich, Italien und die Schweiz – und umrundet das majestätische Mont-Blanc-Massiv, den höchsten Berg der Alpen. In diesem umfassenden Guide teile ich meine Erfahrungen und Tipps für die TMB mit Zelt.

Worum geht es?

Die TMB ist ein etwa 170 Kilometer langer Rundwanderweg mit insgesamt rund 10.000 Höhenmetern. Diese anspruchsvolle Tour führt durch atemberaubende Landschaften, vorbei an idyllischen Dörfern und über beeindruckende Bergpässe. Die meisten Wanderer benötigen zwischen 7 und 10 Tagen, um die TMB zu bewältigen.

Themen im Überblick:

  • Allgemeines (Dauer, Route, Reisezeit)

  • Anreise und Abreise

  • Routenplanung und Etappen

  • Übernachtung (Campingplätze und Wildcampen)

  • Verpflegung (Einkaufstipps und Wasserquellen)

  • Ausrüstung (Empfehlungen und Packliste)

  • Kosten und Budget

  • Fazit: Lohnt sich die TMB?

Allgemeines zur Tour du Mont Blanc

Die TMB ist ein anspruchsvoller Wanderweg, der sowohl erfahrene Bergwanderer als auch ambitionierte Outdoor-Enthusiasten anzieht. Die Wahl der Wanderdauer hängt von deiner persönlichen Fitness, deinem Wanderstil und deinen geplanten Tagesetappen ab. Ich habe auf meiner Tour Wanderer getroffen, die die Strecke in 5 Tagen absolviert haben, während andere sich 14 Tage Zeit gelassen haben.

Die beste Reisezeit für die TMB

Die ideale Reisezeit für die TMB ist in der Regel von Juni bis September. In diesen Monaten sind die meisten Berghütten geöffnet und die Schneeverhältnisse in den höheren Lagen sind in der Regel gut. Ich persönlich bin die TMB Ende August 2024 gewandert und hatte perfektes Wanderwetter. Wenn du die TMB im August wanderst, solltest du beachten, dass in dieser Zeit auch die UTMB (Ultra-Tour du Mont-Blanc) stattfindet. Dieses einwöchige Trailrunning-Event zieht Tausende von Athleten und Zuschauern an. Wenn du es etwas ruhiger möchtest, solltest du deine Wanderung lieber außerhalb des UTMB-Zeitraums planen.

RELEVANTE Orte und GPX Daten

Für meine TMB-Wanderung habe ich eine detaillierte Google Maps-Liste mit allen relevanten Orten erstellt. Außerdem stelle ich eine detaillierte Route auf Outdooractive zur Verfügung, wo du die GPX-Daten meiner Wanderung herunterladen kannst.

GPX Daten auf Outdooractive
Relevante Orte auf Google Maps

Anreise und Abreise zur TMB

Ich bin mit dem Flugzeug nach Genf in der Schweiz angereist. Vom Flughafen Genf gibt es eine direkte Busverbindung nach Chamonix, dem offiziellen Startpunkt der TMB. Chamonix ist auch mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.

Ich habe im RockyPop Hotel in Les Houches übernachtet, einem kleinen Dorf etwas außerhalb von Chamonix. Das Hotel ist ein idealer Ausgangspunkt für die TMB, da die TMB auch in Les Houches startet und bietet eine gute Anbindung an das Stadtzentrum von Chamonix. Außerdem kannst du im RockyPop Hotel dein Gepäck aufbewahren (für 10€), was besonders praktisch ist, wenn du mit leichtem Gepäck wanderst.

Routenplanung und Etappen

Ich habe meine TMB-Wanderung in 7 Etappen aufgeteilt und keinen zusätzlichen Tag als Puffer eingeplant. Diese Planung hat gut funktioniert, obwohl 8 Tage vielleicht etwas entspannter gewesen wären. Bei der Routenplanung habe ich mich hauptsächlich an den Übernachtungsmöglichkeiten orientiert, um unnötige Umwege zu vermeiden. Die detaillierte Route auf Outdooractive folgt hauptsächlich der offiziellen TMB-Wegführung, mit ein paar kleinen Änderungen. Die TMB ist im Allgemeinen nicht übermäßig technisch anspruchsvoll. Es gibt nur eine Stelle, an der man etwas klettern muss. Dort sind Leitern angebracht, die aber eher Schwindelfreiheit erfordern als besondere Kletterfähigkeiten.

Übernachtung auf der TMB: Campingplätze vs. Wildcampen

Die Frage, ob man wildcampen oder auf Campingplätzen übernachten sollte, ist ein wichtiger Punkt bei der Planung der TMB. Ich liebe Wildcampen, habe aber in diesem stark frequentierten Gebiet versucht, so oft wie möglich auf offizielle Campingplätze zurückzugreifen, um die Auswirkungen auf die Natur so gering wie möglich zu halten. In den drei Ländern, die die TMB durchquert, gelten unterschiedliche Regeln für das Wildcampen bzw. Biwakieren. In Frankreich ist Wildcampen relativ unkompliziert, während es in Italien und der Schweiz nicht erlaubt ist. Allerdings wird Biwakieren, also das Aufstellen eines Zeltes für die Nacht und das Entfernen bei Sonnenaufgang, in den Bergen oft toleriert. Bei der Suche nach geeigneten Campingplätzen entlang der TMB hat mir der Guide von Nomads with a Purpose sehr geholfen. Dort sind viele Biwak- und Campingplätze entlang der Route aufgelistet. Ich habe an den meisten der dort genannten Orten übernachtet, wobei die Nächte 2 und 3 etwas suboptimal waren.

Kompletter Camping Guide zur TMB

Wichtiger Hinweis: Biwak-Lizenzen für Naturschutzgebiete

In zwei beliebten Regionen der TMB, die Naturschutzgebiete sind, ist es zwingend erforderlich, eine kostenlose Biwak-Lizenz zu buchen und ausschließlich an den ausgewiesenen Biwakplätzen zu übernachten. Die Biwak-Lizenzen können auf der folgenden Website reserviert werden: https://www.cen-haute-savoie.org/actualite/nouveaute-reservez-bivouac

Verpflegung auf der TMB

Entlang der TMB gibt es zahlreiche Verpflegungsmöglichkeiten in Dörfern, Berghütten und Supermärkten. Ich habe meine Hauptmahlzeit in der Regel in einem Gasthof oder einer Hütte eingenommen und hatte zusätzlich zwei Mahlzeiten zum Selbstkochen als Backup dabei. Diese Herangehensweise hat sehr gut funktioniert. Außerdem gibt es unterwegs einige gut erreichbare Supermärkte, in denen du deine Vorräte aufstocken kannst. Die Versorgung mit Trinkwasser ist auf der TMB sehr einfach. Es gibt so viele Wasserquellen entlang des Weges, dass ich in der Regel nie mehr als einen Liter Wasser mitgeführt habe. Ich empfehle jedoch, nur aus Brunnen Wasser zu entnehmen und es in jedem Fall zu filtern.

Ausrüstung für die TMB

Für die TMB benötigst du keine spezielle Ausrüstung, die du nicht auch für andere Bergwanderungen verwenden würdest. Besonders empfehlenswert sind Wanderstöcke, da sie im alpinen Gelände eine echte Hilfe sind. Außerdem würde ich einen leichten Wasserfilter mitnehmen, um auf Nummer sicher zu gehen. Ein Aspekt, der mir persönlich auf der TMB gefehlt hat, waren Campingschuhe. Es gehört einfach zur guten Hüttenetiquette, nicht mit seinen dreckigen Wanderschuhen, auch wenn es Trailrunner sind, in der Hütte herumzulaufen. Campschuhe sind leicht und klein packbar und sorgen dafür, dass du dich in Hütten und Unterkünften wohlfühlen kannst, ohne den Boden zu verschmutzen.

Meine komplette Packliste

Kosten und Budget für die TMB

Die Kosten für die TMB hängen stark von deiner Art zu reisen und deinen Übernachtungsgewohnheiten ab. Mit Zelt ist die TMB deutlich günstiger als mit Hüttenübernachtungen. Ich habe eine detaillierte Kostenaufstellung meiner Tour erstellt, die ich hier einblende. Insgesamt habe ich etwa 675 € für Transport, Verpflegung und Unterkunft unterwegs ausgegeben, ohne Flüge und zusätzliche Ausgaben in Chamonix. Ich empfehle, für eine Woche TMB ein Budget von ca. 800 € + Flüge einzuplanen.

Fazit: Lohnt sich die Tour du Mont Blanc?

Die Frage, ob sich die TMB lohnt, kann ich mit einem klaren Ja beantworten. Ich hatte auf der TMB die unvergesslichste Woche auf einem Wanderweg überhaupt. Die Landschaft ist unglaublich, die Atmosphäre vorort hat mich sofort in ihren Bann gezogen und die Herausforderung der Strecke hat mich persönlich weitergebracht. Wenn du also ein unvergessliches Wanderabenteuer suchst, dann ist die TMB genau das Richtige für dich!

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Trailtagebuch: 7 Tage allein auf der Tour Du Mont Blanc mit dem Zelt

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