Allein auf dem Rothaarsteig

Einmal quer durchs Sauerland

Das ist die Route des Rothaarsteigs. Dabei führt er tief durch die Wälder des Sauerlands und über die Berge vom dem namensgebenden Rothaargebirges. Innerhalb von 3 Tagen habe ich das Teilstück von Winterberg, bis zur Burg Ginsburg absolviert.

3 Tage - 61 KM - 99.461 Schritte

Anreise

Da ich den nördlichen Teil des Sauerlands bereits gut kenne , habe ich erst in Winterberg mit dem Rothaarsteig begonnen. Geparkt habe ich am Bikepark Winterberg, da gibt es einen großen kostenlosen Parkplatz direkt am Trail. Da Winterberg die inoffizielle Hauptstadt vom Sauerland ist, sollte es kein Problem sein mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.

Der Trail

Der Rothaarsteig ist 154km lang, beginnt in Brilon und führt bis nach Dillenburg. Da ich nur den beschriebenen Teil gewandert bin, bezieht sich alles weitere nur auf das Teilstück zwischen Winterberg und der Burg Ginsburg.

Eines der ersten Dinge die mir aufgefallen sind war, wie gut dieser Weg ausgeschildert ist. Gefühlt an jedem zweiten Baum ist das sehr auffällige Rothaarsteig Logo angebracht und regelmäßig, an fast jeder Kreuzung, kommt man an Wegweisern vorbei. Auf diesen Wegweisern sind nicht nur die nächsten Orte ausgeschildert, sondern auch fast alle Sehenswürdigkeiten entlang des Weges. Alles Inklusive der Kilometerangabe. Abzweigende Wege sind ebenfalls super ausgeschildert. Verlaufen ist so eigentlich unmöglich.

Abseits der Kilometer die man pro Tag machen möchte, ist der Rothaarsteig nicht sonderlich herausfordernd. Das Sauerland hat zwar einige Berge, die besonders harten Anstiege hatte mein Teilstück allerdings nicht. Die Wege sind oft breite Forstwege gemischt mit schmaleren Singletrail. Fürs Schuhwerk kann man also problemlos auf schwerere Wanderstiefel verzichten, aber da hat ja sowieso jeder seine eigenen Präferenzen.

Entlang des Weges trifft man regelmäßig auf Gasthöfe, sodass man sich eine Mahlzeit pro Tag im Rucksack sparen kann und auch sein Wasser regelmäßig auffüllen kann. Ganz drauf verlassen würde ich mich trotzdem nicht und definitiv einen Wasserfilter mitnehmen. Selbst mit dem Wasserfilter sollte man stets genug Wasser dabei haben, da grade im Sommer einige der Bäche auf der Karte ausgetrocknet sind. Am ersten Tag konnte ich deshalb direkt einen 5Km Umweg nehmen da ich kein Wasser mehr für den Abend hatte.

Übernachten

Der Rothaarsteig ist insgesamt in 8 Etappen eingeteilt und führt so von Unterkunft zu Unterkunft. Die Unterkünfte sollte man definitiv im Voraus buchen, da die Orte meist sehr klein sind und nicht viele Alternativen bieten.

Ein Großteil der Faszination für lange Wanderungen macht für mich allerdings das Wildcampen aus. Das ist am Rothaarsteig natürlich genauso wenig erlaubt wie sonst auch in Deutschland. Ich habe beide Nächte im Wald verbracht und hatte keinerlei Probleme. Man findet meist schnell geeignete Stellen für ein Zelt und wer die Hängematte vorzieht hat bei den ganzen Bäumen sowieso kein Problem. Die erste Nacht habe ich ein paar Meter Abseits auf einer Lichtung verbracht und die zweite auf einem kürzlich gerodeten Berg. Besonders während des Sonnenuntergangs bekommt man schnell Probleme mit Mücken weshalb ich fürs nächste mal definitiv ein Moskitonetz mitnehmen würde um wenigstens ungestört kochen zu können.

Wie immer sollte man beim Wildcampen einige Dinge beachten. Obwohl das Sauerland nicht sehr dicht besiedelt ist begegnet man auch Abends noch vielen Leuten, vor Allem Radfahrern. Ich habe also immer gewartet bis es fast Dunkel war bis ich das Zelt aufgebaut habe. Trotzdem habe ich meine Camps jedes mal so gewählt, dass man es von keinem der viel genutzten Wege einsehen konnte. Genauso wichtig ist es auch dass man früh wieder Weg ist damit man nicht morgens vom Jäger erwischt wird.

Wichtiger noch ist es, dass man keine Spuren hinterlässt, am besten nach den Leave no Trace Prinzipien. Nur so kann langfristig eine entkriminalisierung vom Wildcampen erreicht werden.

Fazit

Ich habe die drei Tage am Rothaarsteig sehr genossen. Der Wanderweg biete viel Ruhe, einiges zu entdecken und viel Aussicht. An ein paar Stellen war es ein bisschen zu voll für meinen Geschmack, aber plötzlich war man wieder ganz allein. Wer noch nicht so oft im Sauerland war sollte auf jeden Fall in Brilon starten, dann kommt man wahrscheinlich an mehr landschaftlichen Highlights vorbei. So hat der Wanderaspekt zwar immer noch viel Spaß gemacht, fotografisch hat der Rothaarsteig aber nicht so viel hergegeben wie erwartet. Empfehlen würde ich ihn aber trotzdem für jeden der aus der Region kommt und vielleicht seine erste lange Wanderung plant. Durch das Terrain und die Infrastruktur ist er eine gute Möglichkeit um für größere Herausforderungen zu trainieren. Die beste Jahreszeit ist wahrscheinlich der Frühling oder Herbst. Im Sommer kann schnell das Wasser knapp werden und im Winter wird es richtig kalt im Sauerland.

Allein auf dem Rothaarsteig - Videoserie

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