Lightroom Mobile Workflow + Backup Strategie - Urlaub ohne Laptop
Ich persönlich bin ein großer Fan vom Arbeiten mit dem Laptop. Ein guter Laptop gibt einem die Freiheit seine Arbeit von überall aus erledigen zu können. Ich nutze ein Lenovo Thinkpad E580 mit einem i7 Prozessor und dedizierter Grafikkarte. Gleichzeitig hat er mehr als 1TB schnellen SSD Speicher und 16GB Ram. Die 15 Zoll Bildschirmdiagonale sind für mich das optimale Mittelmaß aus Portabilität und Displaygröße. Sollte mir das mal nicht reichen, kann ich ihn zuhause immer noch an meinen 27 Zoll Monitor anschließen, wo ich gleichzeitig noch über eine Dockingstation 6TB Storage angeschlossen habe. Für mein Budget ist das ein perfektes Setup, sowohl zuhause oder auf Reisen. Und trotzdem habe ich ihn für meinen Thailand-Urlaub gerne daheim gelassen.
Wir steckten mitten in den geistigen Vorbereitungen für unsere nächste Reise als meine Freundin mich fragte, “Willst du wirklich den Laptop für 2 Wochen Backpacking mit dir herum schleppen?” “Klar! Der ist ja nicht schwer.”, entgegnete ich selbstbewusst. Jetzt nach der Reise kann ich sagen, dass die Bedenken meiner Freundin weise und vorausschauend waren und ich gut damit beraten war auf sie zu hören. Neben der Gewichtsersparnis, war mir auch wohler mit dem Gedanken mein wichtigstes technisches Gerät in Sicherheit zu wissen, während wir uns ins chaotische Thailand, noch dazu in der unberechenbaren Regenzeit, begeben. Nach unseren Reisen nach Schweden (mit dem Auto) und Island (geflogen + Mietwagen), wo ich den Laptop problemlos mitnehmen konnte, musste ich jetzt die Bearbeitung und das Backup der Bilder nur über mein Handy regeln. Dank der aktueller Soft- und Hardware ist das aber absolut kein Problem mehr. Hätte mein S9 nicht einen grausamen Wackelkontakt an der USB Buchse gehabt…
Natürlich fotografiere ich mit all meinen Kameras im RAW-Format. Das hat nur leider den Nachteil, dass immer irgendeine Form von Nachbearbeitung nötig ist, da man die Dateien ohne spezielles Programm nicht einmal öffnen kann. Also was tut man wenn man nach einem langen ereignisreichen Tag im Urlaub zurück in sein Hotel/Hostel/Ferienwohnung/Zelt kommt, und man die Bilder mit seinen Freunden und Familienmitgliedern teilen möchte?
Dateimanagement mit dem Smartphone
Um die Bilder von der Speicherkarte auf sein Handy zu bekommen benötigt nur zwei Dinge:
Ich nehme also die Karte aus der Kamera und schließe sie über den Adapter und den Kartenleser direkt an mein Handy an. Ich würde übrigens immer einen Kartenleser mit normalen USB Anschluss, also Typ A, empfehlen da er viel leichter zu ersetzen ist als ein USB-C Kartenleser, sollte er mal verloren, oder kaputt gehen. Über den Dateimanager von meinem Handy habe ich dann alle Bilder die an dem Tag entstanden sind in einen extra Ordner kopiert. Für die Videos habe ich noch einen weiteren Unterordner erstellt. Sobald ich die Dateien von allen Kameras auf die interne Speicherkarte kopiert hatte, habe ich mit dem Import in Lightroom begonnen. Ich würde pro Tag immer einen Extra-Ordner erstellen, da man so beim Import einfach auf “Alle auswählen” gehen kann und es sich so erspart jedes Bild einzeln auszuwählen. Der Import in Lightroom Mobile dauert einige Zeit und frisst viel Strom und Daten, also würde ich definitiv Mobile Daten für Lightroom deaktivieren und eine Powerbank in der Nähe halten. Während Lightroom mit dem Import beschäftigt war habe ich die Zeit dann für ein Backup genutzt. Alle entstandenen Bilder und Videos des Urlaubs habe ich jeden Abend auf einen USB-Stick gesichert, welchen ich im Bodenfach meines Rucksacks versteckt habe. Selbst wenn all mein Elektronik-Kram geklaut werden würde hätte ich wenigstens noch die Bilder. Nachdem Lightroom mit dem Import fertig ist, synchronisiert es immer alle Bilder mit der Cloud. Durch dieses Vorgehen beim Import habe ich also ein vierfaches Backup. Die Bilder befinden sich jetzt auf der Kamera, auf meinem Handy, auf einem versteckten USB-Stick und in der Cloud. So kann mit den Bildern zumindest nichts mehr schief gehen.
Bearbeitung mit Lightroom Mobile
Wie bereits erwähnt nutze ich Lightroom Mobile fürs bearbeiten der RAW-Dateien. Adobe hat sich die letzten Jahre viel Mühe gemacht die Mobile Apps weiter zu entwickeln. Lightroom ist dabei das beste Beispiel: vor zwei Jahren hätte ich mir nicht vorstellen können mehr als 2000 Fotos nur mit der einen App zu verwalten und zu bearbeiten. Heute ist das für einen überschaubaren Zeitraum und so lange man nicht zu anspruchsvolle Aufgaben lösen will, ohne weiteres möglich. Die App bietet fast alle Bearbeitungstools die Lightroom Classic auch hat. Während Belichtungs- und Farbanpassungen natürlich schon immer möglich waren gibt es mittlerweile auch die Möglichkeit Objektivkorrekturen manuell einzustellen und Effekte wie die Teiltonung (Auch wenn Letzteres etwas umständlich ist). Viel wichtiger waren aber die Updates fürs managen von vielen Fotos. Man hat mittlerweile die Möglichkeit Presets zu erstellen und die Einstellungen auf beliebig viele Fotos anwenden. Klingt banal, geht aber noch nicht sehr lange. Vorher musste man immer jedes einzelne Foto auswählen und die Einstellungen einfügen. Wünschen würde ich mir noch bessere Möglichkeiten um den Katalog zu organisieren, Stapel von HDR und Panoramas kann man nämlich nicht erstellen. So wird der Katalog schnell sehr unübersichtlich. Was LR Mobile ebenfalls nicht kann, ist das erstellen von HDRs oder Panoramas. Wer viel damit arbeitet wird sich also bis nach dem Urlaub gedulden müssen. Zuhause angekommen kann man dann einfach Lightroom am PC öffnen und die Sammlung synchronisiert sich automatisch. Die synchronisierten Bilder kopiert man einfach aus der Sammlung in die normale Katalog Struktur und schon ist alles auf dem aktuellen Stand. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte jedoch lieber die Origninal-Dateien importieren um eine Komprimierung zu umgehen. Der große Nachteil an der ganzen Geschichte ist: man benötigt ein Lightroom Abo, mit alten Kaufversionen geht das alles nicht. Aktuell gibt es 2 Abo-Varianten:
“Lightroom-Abo” enthält nur Lightroom CC, nicht Classic! + 1 TB Cloudspeicher (teuer erweiterbar) 11,89 EUR/MO
“Creative Cloud Foto-Abo” enthält Lightroom CC, Classic und Photoshop + 20 GB Cloudspeicher (teuer erweiterbar) 11,89 EUR/MO bzw. 23,79 EUR/MO (1TB Cloudspeicher).
Das Lightroom CC Abo würde ich niemanden empfehlen der die Fotografie etwas ernster nimmt. Lightroom Classic ist von seiner Funktionen so viel umfangreicher als die Cloud Variante, dass ich niemals darauf verzichten würde. Und wenn man die Fotografie nicht so ernst nimmt, warum sollte man dann überhaupt ein Tool wie Lightroom verwenden? Die meisten werden mit dem Creative Cloud Foto-Abo mit 20 GB zufrieden sein. Man bekommt alle Tools die man fürs bearbeiten und verwalten von Fotos benötigt. Klar, ein Preis von über 140 Euro im Jahr ist nicht grade wenig, aber Adobe hat sich leider dazu entschieden ihre Software nur noch über Abo-Modelle anzubieten. Ich selbst habe das Studenten Abo wo man alle Adobe Programme bekommt und 100 GB Cloudspeicher. Vorher haben mir die 20 GB des normalen Abos aber auch immer gereicht. Ich hoffe ich konnte mehr Fragezeichen klären als erzeugen und irgendjemand gibt LR Mobile vielleicht auch mal eine Chance, mich hat es nämlich beeindruckt wie gut es doch inzwischen funktioniert.